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Drohende Rezession – Risiko und Chance für Führungskräfte

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Viele Manager fragen sich, ob die befürchtete Rezession, wenn sie denn kommt, eine Gefahr für Ihren Job bedeutet. Und wie sie sich für dieses nicht kalkulierbare Risiko in die richtige Position bringen. Denn keine Führungskraft möchte unvorbereitet in der Freistellung landen.

>> Rezession als Risiko?

Die deutsche Wirtschaft und ihre Führungskräfte sehen sie kommen: die Rezession. Manche Branchen, z. B. die Automobilindustrie, spüren das jetzt schon stärker als in anderen Branchen. Niemand weiß jedoch genau, wenn eine Rezession denn kommt, wie heftig sie sein wird. Fest steht heute schon, dass das deutsche Wachstum zu den schwächsten in Europa zählt. Welche Konsequenzen hat dies für den einzelnen Manager? In meiner Beratung treffe ich zunehmend auf Unsicherheit, ob ein aktiv herbeigeführter Jobwechsel aktuell viel zu gefährlich und sogar chancenlos sei. Und die Führungskräfte, die bereits freigestellt sind, sorgen sich, ob sie überhaupt wieder eine neue Aufgabe finden.

Beiden Gruppen antworte ich: „Ja, Sie werden eine neue Führungsaufgabe finden. Vielleicht wird es ein paar Wochen länger dauern“. Warum ich das so überzeugt sage? Weil ich tagtäglich durch meinen Klienten erlebe, dass Unternehmen dringend gute Manager suchen, selbst wenn oder manchmal gerade weil sie einen Manager freigestellt haben. Denn wie soll sich ein Unternehmen gegen die drohende oder vielleicht bald reale Rezession stemmen? Immer nur an der Kostenschraube drehen, ist für die langfristige Existenz eines Unternehmens vollkommen ungenügend. Zumal viele Unternehmen seit Jahren schon die Klaviatur des Kostensenkens gespielt haben und damit nur noch wenig zu holen ist.

>> Rezession versus Zukunftsthemen.

Die Themen der Zukunft, und damit der Zukunft von Unternehmen, sind kundenzentrierte Geschäftsmodelle, Prozessexzellenz, neue Technologien, Digitalisierung und Kulturwandel. Für mich heißt das, dass Unternehmen in umfassende Transformationsprozesse gehen sollten. Das braucht neben Mut und neuem Führungsverständnis vor allem kreative, erfahrene Manager, die sich mit einem motivierten Team diesen Themen mit Leidenschaft widmen. Diese Manager bewegen sich aktuell in einem Kandidatenmarkt! Wer nachweisbare Erfolge aus seinen bisherigen Führungsaufgaben souverän präsentiert, bekommt bei Unternehmen, die sich den anstehenden Herausforderungen stellen, mehr als eine neue Chance, selbst wenn er vom bisherigen Arbeitgeber nicht mehr gewollt wurde. Unsere Klienten, die zwischen 150.00 und 250.000 Euro verdienen und meist zwischen 45 und 55 Jahre alt sind, haben unverändert in der Regel nach sechs bis acht Monaten eine neue Führungsposition gefunden, meist mit besseren Konditionen als zuvor.

>> Rezession als Chance!

Dabei beobachten wir in unserer Beratung, dass die Branchendurchlässigkeit zunimmt. Denn insbesondere Mittelständler suchen neue Impulse für ihre Geschäftsmodelle und damit auch frisches Knowhow. Branchen-Quereinsteiger sind immer beliebter! Voraussetzung: Die Führungskraft kann – schon anhand der schriftlichen Unterlagen – nachweisen, dass sie Methoden und Expertise besitzt, die in der „unbekannten“ Branche auch wirksam werden. Hier sind vor allem Ingenieure und ingenieurnahe Betriebswirte gefragte Kandidaten. Sie punkten mit umfassender Expertise zu den Elementen der Wertschöpfungskette. Sie sind prädestiniert, die Bedürfnisse ihrer Kunden möglichst frühzeitig zu erkennen, die entsprechenden Produkte rasch zu entwickeln und erfolgreich zu vermarkten. Und damit die beste Wahl, um die Herausforderungen der Transformation erfolgreich zu bewältigen.

Die anstehenden Veränderungen in der Wirtschaft bringen – mit oder ohne Rezession – neue Chancen für Führungskräfte. Wer die Wirtschaftsentwicklung also als Chance begreift, wandelt seine Sorge in Aktivität um: nicht passiv warten, bis das oberste Management über Ihre Zukunft entscheidet! Werden Sie selber aktiv und bearbeiten den existenten Kandidatenmarkt aus Ihrer ungekündigten Führungsaufgabe heraus. Wie das ganz konkret funktioniert, schildern wir mit praktischen Umsetzungstipps in unserem Buch „Die CEO-Bewerbung“, das auch für Nicht-CEOs geeignet ist.