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Ich will etwas bewegen! Selbst aktiv werden.

 

Das Jahresende steht an und damit die „Hightime“ der Kündigungen. Eine Kündigung zum Ende des Jahres passt aus Unternehmenssicht aus vielerlei Gründen und ist nicht nur wegen vereinbarter Kündigungsfristen erforderlich: Insbesondere weil die Pläne fürs neue Jahr andere Strukturen, andere Kompetenzen oder auch einfach frischen Wind“ etc. erfordern. Aber auch für Führungskräfte stellt das Jahresende gerne eine Zäsur dar. Angefangen lediglich bei einem für das Jahresende typischen Rückblick auf das, was man in dem Jahr erreicht, genossen oder auch erlitten hat bis hin zum festen Entschluss, dass sich im Job etwas ändern muss.

Aus Unternehmenssicht sind die Ursachen für Kündigungen primär betriebsbedingt. So kam die Wirtschaftskanzlei Heisse Kursawe Eversheds bei einer hausinternen Studie zu dem Ergebnis, dass 70 Prozent der von Unternehmen ausgesprochenen Kündigungen betriebsbedingt waren, zum Beispiel wegen Restrukturierung, Betriebsverlagerung oder gar Insolvenz. Weitere 20 Prozent sind verhaltensbedingte Kündigungen (wegen Leistungsmängeln, vertragswidrigen Verhaltens oder ungenehmigter Nebentätigkeit. Die restlichen 10 Prozent haben sonstige Gründe wie etwa wiederholte Kurzkrankheit, Arbeitsunfähigkeit, Alkohol- oder Drogenprobleme, Störung des Betriebsfriedens, Beleidigung, tätlicher Angriff, Diebstahl oder Betriebsspionage.

Bei den Mitarbeitern sieht die Motivationslage anders aus. Nach wie vor, ist der Wunsch nach einem höheren Gehalt ein starker Wechselgrund. Und ein höheres Gehalt lockt auch denjenigen, der über viele Jahre einem einzigen Unternehmen die Treue gehalten hat. Denn interne Karrieren sind meist mit unterdurchschnittlichen Gehaltszuwächsen verbunden. Nach wie vor ist ein externer Stellenwechsel das probate Mittel um größere Gehaltssprünge zu erzielen.

Aus meiner Beratungspraxis mit Führungskräften kann ich jedoch sagen, dass andere Gründe zunehmend größeres Gewicht bekommen. Manager wollen nicht mehr einfach nur Businesspläne sowie die Wünsche von Aktionären oder Firmeneignern erfüllen. Die häufigste Antwort auf meine Frage: „Was ist für Sie bei Ihrer nächsten Position am wichtigsten?“ lautet: „Ich will etwas bewegen und gestalten können. Und ich will Bedingungen vorfinden, die mich gestalten lassen“. Egozentrisch gesehen könnte man nun meinen, es gehe nur darum Karriere zu machen, um sich selbst zu verwirklichen. Aber das ist es nicht (alleine). Es geht neben größeren Gestaltungsmöglichkeiten für den Manager auch um Vertrauen in den Manager, um Anerkennung der für das Unternehmen erzielten Erfolge und um ein Unternehmensklima, das Veränderung will und erlaubt und von allgemeiner Wertschätzung geprägt ist.

Ich erlebe immer häufiger Führungskräfte, die mutig aus sicheren, langjährigen Arbeitsbeziehungen hinaus an den Arbeitsmarkt gehen, weil sie spüren, dass sie sich ein Stück weit selbst verloren haben. Das allseits bekannte „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Das kostet zu viel Geld“ lähmt die eigene Kreativität, die Energie und das Engagement. Am Ende ist man einfach nur mürbe und läuft im Hamsterrad mit und hat seine wirksamsten Eigenschaften und Kompetenzen über die Jahre auf der Strecke verloren. Schade! Denn unsere Wirtschaft braucht dringend Führungskräfte, die mit guten Ideen die Zukunft gestalten, Verantwortung für Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung übernehmen und auch unangenehme Maßnahmen umsetzen können, ohne immer gleich neue Kündigungen zu provozieren. Denn die Neuen im Unternehmen haben meist andere Möglichkeiten – in Anlehnung an den schönen Postkartenspruch:

Alle sagten: „Das geht nicht“. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es einfach gemacht.

Und dieser Spruch gilt in gewisser Weise auch für die persönliche Arbeitssituation. Das oftmals von der Familie oder Freunden vorgebrachte oder innerlich verankerte „Du kannst doch nicht einfach kündigen und einen sicheren, gut bezahlten Job aufgeben.“ bedarf manchmal eines Perspektivenwechsels: Diese Verbote nicht kennen und einfach machen. Die erfolgreichsten meiner Klienten sind genau aus diesem Holz geschnitzt!

Ideen, wie dieses Machen aussehen kann, finden Sie auf www.nebelkarriereberatung.de und in unserem Buch „Die CEO-Bewerbung“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Weihnacht und gutes persönliches Gelingen im neuen Jahr.

 

Dieser Beitrag ist zuvor auf XING erschienen.