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In die Pole Position durch Aufdecken des verdeckten Stellenmarktes

Wie Peter Müller (Name geändert) ergeht es trotz wachsender Wirtschaft vielen: Er hat seinen Job verloren. Aber Peter Müller hat nicht irgendeinen Job verloren. Er war Geschäftsführer eines mittelständischen KfZ-Zulieferers, der an ein Private Equity Unternehmen verkauft wurde. Nun ist für ihn kein Platz mehr: die Geschäftsführung wird vom Käufer neu besetzt. Es geht nur noch um die Höhe der Abfindung, eine andere Perspektive gibt ihm sein neuer Arbeitgeber nicht mehr.

Finanziell wird er die nächsten ein bis zwei Jahre klarkommen. Aber das ist nicht das Wesentliche. Mit 48 Jahren ist er zu jung, um aufzuhören. Doch auch nicht mehr so jung, dass er mit Fingerschnippen einen gleichwertigen Job findet. Er beginnt Stellenanzeigen und Online-Jobbörsen zu studieren, bewirbt sich auf ausgeschriebene Positionen, kontaktiert die fünf ihm persönlich bekannten Headhunter sowie einige Führungskräfte in seinem Netzwerk. Die Antworten sind durchweg freundlich, jedoch alles Absagen. Diese Vertriebswege bringen einfach keinen Erfolg. Müller beginnt, an sich selbst zu zweifeln, an seinen Fähigkeiten und seinen Chancen am Arbeitsmarkt. Von dem selbstbewussten, erfolgreichen Geschäftsführer ist nicht mehr viel übrig. Wie soll er so einen neuen Arbeitgeber von sich überzeugen?

Fälle wie diese sind keine Seltenheit, fast sind sie typisch. Sie zeigen: Karriere schützt nicht vor dem Fall. Und mit dem Fall sind nicht immer nur finanzielle Probleme verbunden, weil der hohe Lebensstandard oder die Immobilie nicht mehr zu halten sind. Die psychischen Folgen sind viel massiver. Der Verlust der Aufgabe, der Verantwortung, der Macht und des daraus gezogenen Selbstbewusstseins sind viel tiefgreifender. Viele Manager definieren sich über ihre Führungsaufgabe und Führungsverantwortung. Das ist auch gut so, sonst wären sie meist nicht so weit gekommen. Fällt die Managementposition weg, ohne dass eine neue schnell greifbar ist, gerät die Selbstdefinition ins Wanken.

Wer eine Führungsposition innehat oder innehatte, weiß, dass die Luft da oben dünn ist. Verfügbare Führungspositionen zu finden, ist also schwierig: circa 80 Prozent der vakanten Managementpositionen sind nicht öffentlich ausgeschrieben. Sie werden diese also nicht über Stellenanzeigen oder Online-Jobbörsen finden! Diese Jobs werden intern, über einen Headhunter oder eine Initiativbewerbung besetzt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt also darin, diese verdeckt verfügbaren Positionen zu finden.

Um diese „verdeckten“ Führungspositionen zu finden, ist die Methode der Zielgruppenkurzbewerbung, also die gezielte Direktansprache einer großen Anzahl von Unternehmen und deren Entscheidern bestens geeignet. Aus meiner Beratungserfahrung führt dieses Vorgehen zu durchschnittlich 10 Erstgesprächen und einer angenehmen Auswahlsituation. Denn wer in das Rennen um eine verdeckte Managerposition geht, bringt sich oft in die – auch psychisch – komfortable Situation, einer unter wenigen oder sogar der einzige Bewerber zu sein. Sind dann auch das Profil richtig gut passend und die Gespräche auf Augenhöhe, ist die Pole Position geschafft.

Entscheidend sind die also Inhalte dieser Zielgruppenkurzbewerbung. Ich konzentriere mich immer auf die Herausarbeitung der Stärken und vor allem der bisherigen Erfolge des Bewerbers und deren Nutzen für die ausgewählten Unternehmen. Schwächen interessieren mich nicht, weil sie nicht weiterhelfen. Auch nicht die „Klassiker“ wie dynamisch, strategisch, analytisch oder teamfähig. Das sind alles vorgestanzte, sozial erwünschte Attribute, die nichts über die bisherigen Erfolge der Führungskraft und den potenziellen Nutzen für den nächsten Arbeitgeber aussagen. Letztlich sind es nur Selbstetikettierungen, deren Glaubwürdigkeit oft noch geringer ist als Zeugnisaussagen. Es geht vielmehr darum zu zeigen, was mich als Bewerber von anderen unterscheidet. Peter Müller konnte unter anderem einen erfolgreichen Firmenverkauf nachweisen mit allen Schritten und Konsequenzen, die ein solcher Verkauf mit sich bringt. Seine persönliche Konsequenz, dass sein Job weg war, konnte er am Ende ins Positive drehen. Eine Firma suchte bewusst einen Geschäftsführer, der sich mit erfolgreichen Unternehmenskäufen gut auskannte, hatte die Stelle aber nicht offen ausgeschrieben. Ziel dieser Firma war nämlich, durch Zukäufe zu wachsen. Da erreichte Peter Müller die Pole Position gegenüber einem Mitbewerber.

Weitere Informationen zur Methode der Zielgruppenkurzbewerbung finden Sie hier.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen bei XING (30.11.2016)