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Jobwechsel mit 50? Ja! So geht es!

Ridofranz, istockphoto

Mit 50 gehört man zum alten Eisen! Ein weit verbreitetes Vorurteil, mit dem aufgeräumt werden muss. Denn diese Aussage ist allzu pauschal und daher nicht haltbar. Man muss sich die Gruppe der 50-zig- Jährigen schon etwas differenzierter anschauen. Es kommt nämlich ganz darauf an!

Ja, worauf kommt es denn an?

Auf die Führungsebene, die bereits erreicht wurde. Auf die Funktionen, die ausgefüllt wurden. Auf die Erfolge, die nachweisbar sind. Auf das Führungsverhalten, das man lebt. Halt auf den Manager mit seinen vielen individuellen Facetten.

Leider glauben jedoch viele der Betroffenen selbst, dass sie mit diesem Alter keine Chance mehr auf weitere Karriere haben. Doch das ist ein fataler Irrtum, der meist zu einer self-fulfilling-prophecy wird. Denn wer sich nichts zutraut, wird es tatsächlich nicht schaffen.

Dabei sieht die Wirklichkeit in vielen Funktionen ganz anders aus. Unternehmen besinnen sich wieder darauf, dass ältere Mitarbeiter – insbesondere Führungskräfte – einen enormen Nutzen für das Unternehmen darstellen können. Und das für eine lange Zeit. Denn Führungskräfte gehen statistisch später in den Ruhestand als der Durchschnitt. Eine Führungskraft im Alter von 50 Jahren hat durchaus noch 15 Jahre Schaffenszeit vor sich. Und bringt diese auch so lange ein. Frage ich meine Klienten, wie lange sie noch arbeiten wollen, ist kaum einer dabei, der mit 60 Jahren aufhören will (oder überhaupt kann). Schauen wir also, worauf es ankommt!

Was ist am Markt gefragt?

Marketingmanager und Vertriebsleiter haben es jenseits der 45 Jahre schwer. Hier wird gerne auf Jugend gesetzt, weil diese für Innovation, Kreativität und Flexibilität steht. Produktionsleiter und Werkleiter dürfen gerne viel Erfahrung und ein höheres Alter mitbringen. Als CFO oder CEO sind graue Haare, gestandene Persönlichkeit und Seniorität meist gewünscht. Es kommt also auf die Funktion und die damit verbundenen Erwartungen an.

Was kommt an Verantwortung hinzu?

Soll der Manager eine umfangreichere, mit mehr Verantwortung ausgestattete Aufgabe übernehmen – also die Karriereleiter hoch steigen – ist Alter durchaus von Vorteil. Ältere Manager haben meist schon viele Herausforderungen erlebt und auch gemeistert. Sie sind also erfahren im Umgang mit neuen Herausforderungen und können diese gelassener angehen und daher auch erfolgreicher bewältigen – und darauf kommt es an! Das Gegen-Argument, die älteren Manager sind doch nicht mehr flexibel, lasse ich nicht gelten. Wer mit 50 noch mal eine Führungsaufgabe mit mehr Verantwortung übernimmt, weiß, dass es kein ruhiges Absitzen der Zeit wird.

Wonach wählt ein Unternehmen eine Führungskraft aus?

Mit erster Priorität danach, was dieser bisher bewegt und erreicht hat, welchen Nutzen er für andere Unternehmen gebracht hat und folglich für das eigene bringen kann. Es geht also um konkrete Erfolge in harten Fakten, wie Kosten gesenkt, Umsätze erhöht, Gewinne gesteigert oder andere messbare Vorteile, die eben diesen Zielen dienen. Und da haben Führungskräfte um die 50 eine Menge zu bieten! Meist haben sie schon mehrere Unternehmen und/oder Positionen innegehabt und erfolgreich ausgefüllt.

Schließlich gehört auch das Führungsverhalten in die Waagschale.

Manager um die 50 wissen in der Regel, was Führen heißt und wie man das macht. Sie brauchen keine Zeit zum Experimentieren. Sie sind aber auch noch jung genug, um sich moderneren Führungsmethoden zu öffnen. Meine Erfahrung ist, dass Führungskräfte dieser Generation eine gesunde Mischung leben: Sie übertragen ihren Mitarbeitern Aufgaben und Verantwortung und lassen sie eigenständig sowie im Team arbeiten. Zugleich haben sie ein wachsames Auge auf die delegierte Arbeit. Und sollte es mal schief gehen, geben sie Rückendeckung und Unterstützung.

Berücksichtigen wir noch, dass die meisten Akademiker erst mit Anfang oder Mitte 30 in verantwortungsvollere Jobs kommen, ist der 50-jährige Manager in einem wirklich guten Reifegrad. Und damit durchaus in der Situation, sich selbstbewusst und aktiv auf dem Markt für Führungskräfte zu bewegen.

Wie sich Führungskräfte erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt bewegen, lesen Sie in unserem Buch „Die CEO-Bewerbung“, die am 9. März 2017 in der zweiten, erweiterten Auflage erscheint. Mehr über die Methode erfahren Sie auch hier.

 

Dieser Beitrag ist zuvor auf xing.com erschienen: https://www.xing.com/news/insiders/articles/jobwechsel-mit-50-ja-so-geht-es-613562?toolbar=false&xng_share_origin=web