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Jobwechsel – Weil es nicht mehr passt!

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Der anstehende Jahreswechsel führt bei vielen zum Innehalten und Blick auf das, was ist und war: nicht nur im Privaten, sondern auch im Beruflichen. Bei so mancher Führungskraft drängt sich gerade zwischen den Jahren das Gefühl ins Bewusstsein: Es passt einfach nicht mehr! Um wieder etwas bewegen und Erfolge einfahren zu können, um wieder richtig Freude an der Arbeit haben zu können, ist ein Jobwechsel nötig.

>> Wenn das Unternehmen die Zusammenarbeit beendet.

Manchmal sind es die Unternehmen, die das „Es passt nicht mehr!“ beenden. Eine Kündigung zum Ende des Jahres ist aus Unternehmenssicht aus vielerlei Gründen logisch, nicht nur wegen vereinbarter Kündigungsfristen: Insbesondere weil die Pläne fürs neue Jahr andere Strukturen, andere Kompetenzen, unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung oder auch einfach „frischen Wind“ erfordern. Das belegen auch Studien. Hiernach sind die Ursachen für arbeitgeberseitige Kündigungen primär betriebsbedingt, zum Beispiel wegen Restrukturierung, Betriebsverlagerung oder gar Insolvenz. Der kleinere Teil sind verhaltensbedingte Kündigungen, insbesondere wegen Leistungsmängeln, vertragswidrigen Verhaltens oder ungenehmigter Nebentätigkeit. Nur sehr wenige Kündigungen resultieren aus wiederholter Kurzkrankheit, Arbeitsunfähigkeit, Alkohol- oder Drogenproblemen oder Störung des Betriebsfriedens. Das Thema „Es passt nicht mehr!“ erscheint bei Untersuchungen nicht, ist aber aus meiner Erfahrung oft der Grund, der dann in andere, offizielle und gesichtswahrende Trennungsgründe „gekleidet“ wird.

>> Wenn es für die Führungskraft untragbar wird.

Auch für Führungskräfte stellt das Jahresende gerne eine Zäsur dar. Angefangen lediglich bei einem für das Jahresende typischen Rückblick auf das, was man in dem Jahr erreicht, genossen oder auch erlitten hat, bis hin zum festen Entschluss, dass sich im Job etwas ändern muss.

Aus meiner Beratungspraxis mit Führungskräften kann ich sagen, dass das „Es passt nicht mehr!“ einen hohen Anteil an den vollzogenen beruflichen Trennungen hat. Manager wollen nicht mehr einfach nur Businesspläne sowie die Wünsche von Aktionären oder Firmeneignern erfüllen. Wenn ich frage: „Warum ist es zur Trennung von Ihrem Arbeitgeber gekommen?“ lautet in neunzig Prozent der Fälle die Antwort: „Zwischen meinem Chef und mir hat es nicht mehr funktioniert. Das war nur noch Stress“. Oftmals ist dieser Chef, mit dem es nicht funktioniert, ein neuer Chef, der den alten, mit dem es gut lief, abgelöst hat. Die häufigste Antwort auf meine Frage: „Was ist für Sie bei Ihrer nächsten Position am wichtigsten?“ lautet: „Ich will etwas bewegen und gestalten können. Und ich will Bedingungen vorfinden, die mich gestalten lassen“. Nun könnte man zu dem Schluss kommen, es gehe diesem „frustrierten“ Manager nur darum Karriere zu machen, um sich selbst durch Aufstieg und Machtzuwachs zu verwirklichen. Aber das ist es nicht (alleine). Es geht neben größeren Gestaltungsmöglichkeiten für diese Manager auch um Vertrauen, um Anerkennung der für das Unternehmen erzielten Erfolge und um ein Unternehmensklima, das Veränderung will oder wenigstens erlaubt und allgemein von Wertschätzung geprägt ist.

>> Der Wandel im Bewusstsein.

Ich erlebe immer häufiger Führungskräfte, die mutig aus sicheren, langjährigen Arbeitsbeziehungen hinaus an den Arbeitsmarkt gehen, weil sie spüren, dass sie einen Teil von sich selbst verloren haben. Das allseits bekannte „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Das kostet zu viel Geld“ lähmt die eigene Kreativität, die Energie und am Ende auch das Engagement. Schließlich ist man einfach nur mürbe und läuft im Hamsterrad mit und hat seine wirksamsten Eigenschaften und Kompetenzen über die Jahre auf der Strecke verloren. Und ich erlebe die anderen Führungskräfte, die diesen Schritt nicht freiwillig gehen, sondern die ihren Job verloren haben und (manchmal erst mit der Zeit) zu der Einsicht gelangen: Gut, dass es vorbei ist!

Unsere in heftigem Wandel befindliche Wirtschaft braucht dringend Führungskräfte, die mit guten Ideen die Zukunft gestalten und nicht erleiden, die mutig Verantwortung für Unternehmens- und Mitarbeiterentwicklung übernehmen und auch unangenehme Maßnahmen ausgleichend umsetzen können. Und es gibt viele Unternehmen, die genau diese Manager suchen und ihnen das entsprechende Umfeld bieten – man muss sie nur suchen und finden. Dann resultiert für beide Seiten: Es passt!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Weihnacht und gutes persönliches Gelingen im Neuen Jahr.